Japanische Gins: Yuzu, Kirschblüte und Matcha - Eine Reise durch exotische Botanicals

Japanische Gins: Yuzu, Kirschblüte und Matcha - Eine Reise durch exotische Botanicals

Japan hat sich in den letzten Jahren als aufstrebender Stern in der Welt des Gins etabliert. Mit einer einzigartigen Mischung aus traditionellen Botanicals und modernen Destillationstechniken setzen japanische Gins neue Maßstäbe in Sachen Geschmack und Raffinesse. Besonders faszinierend sind dabei Zutaten wie Yuzu, Kirschblüte (Sakura) und Matcha, die jedem Gin eine unverwechselbare Note verleihen. In diesem Beitrag nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch die Welt der japanischen Gins und ihre exotischen Botanicals.

Kurze Geschichte des Gins in Japan

Obwohl Japan vor allem für Whisky bekannt ist, begann die Gin-Produktion dort erst in den frühen 2010er Jahren richtig Fahrt aufzunehmen. Inspiriert von der langen Tradition der Brennkunst in Japan, kombinierten Destillerien klassische Gin-Elemente mit typisch japanischen Zutaten und sorgten so für eine wahre Geschmacksexplosion. Heute sind Marken wie Roku, Ki No Bi oder Nikka Coffey Gin weltweit für ihre außergewöhnlichen Aromen bekannt.

Einzigartige japanische Botanicals im Gin

Was macht japanischen Gin so besonders? 

Neben den Grundzutaten wie Wacholder, Koriander oder Angelikawurzel werden oft heimische Botanicals verwendet, die für ein harmonisches Zusammenspiel von Frische, Würze und Umami sorgen. Drei dieser Botanicals stechen besonders hervor:

1. Yuzu: Die japanische Zitrusfrucht revolutioniert den Gin

Was ist Yuzu?

Yuzu ist eine seltene Zitrusfrucht, die in Japan seit Jahrhunderten für ihre intensiven Aromen geschätzt wird. Sie vereint Noten von Zitrone, Mandarine und Grapefruit und besitzt eine komplexe, fast blumige Frische.

Geschmacksprofil und Aroma

Yuzu verleiht Gin eine zitrusbetonte, erfrischende Note mit subtiler Bitternis und leichter Süße. Dadurch entsteht ein perfektes Gleichgewicht zwischen Fruchtigkeit und Eleganz.

Bekannte Yuzu Gins

Roku Gin 

Ein vielseitiger Gin mit sechs japanischen Botanicals, darunter Yuzu.

Nikka Coffey Gin

Verwendet Yuzu sowie Kabosu und Amanatsu, weitere japanische Zitrusfrüchte.

Etsu Gin

Eine harmonische Mischung aus Yuzu, Wacholder und traditionellen Gewürzen.

Yuzu in der japanischen Kultur

In Japan wird Yuzu oft in der traditionellen Küche, in Tees oder als Aromageber für heiße Bäder verwendet. Ihre belebende Frische macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil vieler Speisen und Getränke.

2. Kirschblüte (Sakura): Ein Hauch von Frühling im Glas

Bedeutung der Kirschblüte in Japan

Sakura ist das Symbol der Vergänglichkeit und der Erneuerung. Jedes Jahr im Frühling feiern die Japaner Hanami, das traditionelle Kirschblütenfest, bei dem die rosafarbenen Blütten bewundert werden.

Wie Sakura den Gin-Geschmack beeinflusst

Kirschblüte verleiht Gin eine dezente Blumigkeit mit leicht süßlichen und mandelartigen Noten. Sie sorgt für ein sanftes, fast samtiges Mundgefühl.

Beispiele für Sakura-infused Gins

Sakurao Gin (unser Favorit!!)

Ein floraler Gin aus Hiroshima mit deutlicher Kirschblütennote.

Roku Gin 

Enthält neben Yuzu auch Sakura-Blätter und -Blüten.

Masahiro Okinawa Gin

Kombiniert Sakura mit exotischen Früchten aus Okinawa.

3. Matcha: Grüner Tee trifft auf Wacholder

Geschichte und Herstellung von Matcha

Matcha ist ein fein gemahlener grüner Tee, der in der japanischen Teezeremonie eine zentrale Rolle spielt. Er zeichnet sich durch seinen intensiven Geschmack und seine leuchtend grüne Farbe aus.

Matcha als Botanical in Gin

Matcha bringt eine erdige Tiefe in Gin, die eine sanfte Bitternote mit nussigen und umamiartigen Nuancen verbindet.

Geschmacksnoten und Kombinationen

Matcha harmoniert hervorragend mit Zitrusfrüchten wie Yuzu sowie mit floralen Elementen wie Kirschblüte. Dadurch entstehen komplexe und dennoch ausgewogene Aromenprofile.

Bekannte Matcha Gins

Etsu The Original

Ein handwerklich hergestellter Gin, der unter anderem japanischen Yuzu und Matcha-Tee enthält, die perfekt harmonieren und frische, spritzige Noten erzeugen.

KI NO TEA

Hergestellt in Zusammenarbeit mit dem Teeanbauer Hori-Shichimeien, enthält dieser Gin hochwertige Uji-Tees wie Gyokuro und Tencha, die für intensive Aromen und eine natürliche Süße sorgen.

Etsu Double Yuzu

Dieser Gin kombiniert japanischen Yuzu, Wacholderbeeren, Süßholz, Angelikawurzel, Koriandersamen und Matcha-Tee, was zu frischen, spritzigen Noten führt.

4. Weitere einzigartige japanische Botanicals

Neben Yuzu, Sakura und Matcha gibt es noch viele weitere Botanicals, die japanische Gins besonders machen:

Sansho-Pfeffer

Sorgt für eine angenehme Schärfe und zitronige Frische.

Gyokuro-Tee

Ein edler, vollmundiger grüner Tee mit Umami-Noten.

Hinoki (japanische Zypresse)

Verleiht dem Gin eine waldige, leicht harzige Tiefe.

Herstellungsprozesse japanischer Gins

Traditionelle Methoden

Viele japanische Destillerien nutzen klassische Methoden wie die langsame Mazeration und Kupferbrennblasen, um die Aromen optimal herauszuarbeiten.

Moderne Innovationen

Einige Produzenten setzen auf vakuumdestillierte Verfahren, um empfindliche Aromen wie Yuzu oder Matcha schonend zu extrahieren und die Frische zu bewahren.

Verkostungsnotizen und Empfehlungen

Tasting-Guide für japanische Gins

Roku Gin

Floral, zitrusfrisch, leicht würzig.

Ki No Bi Gin

Elegant, würzig, mit dezenten Tee-Noten.

Nikka Coffey Gin

Fruchtig, komplex, mit einem Hauch von Sansho-Pfeffer.

Perfekte Food Pairings

Japanische Gins harmonieren besonders gut mit Sushi, Sashimi oder gegrilltem Fisch. Auch asiatisch inspirierte Cocktails mit Yuzu oder Matcha bringen die Aromen hervorragend zur Geltung.

Fazit: Die Zukunft japanischer Gins auf dem globalen Markt

Japanische Gins haben sich in kurzer Zeit als Premium-Produkte etabliert. Ihre raffinierten, ausgewogenen Aromen und innovativen Botanicals machen sie zu einer spannenden Alternative zu klassischen Gins aus Europa oder aus Nordamerika. Mit der steigenden Beliebtheit japanischer Spirituosen dürfen wir uns auf viele weitere kühn komponierte Gins freuen.